Donnerwand Direttissima
Die Direttissima führt über Risse, Verschneidungen, Kamine und Schrofen direkt auf den Gipfel der Donnerwand. Sie ist landschaftlich schön, logisch geführt und kompromisslos alpin - damit qualifiziert sie sich für einen angehenden, alpinen Klassiker. Seit Kurzem gibt es auch eine schwierigere Variante - die “Superdirettissima”.
Zustieg zur Wand:
Vom Ghf. Leitner zuerst ca. 30min entlang der Forstraße, bis man zu einer beschilderten Wendestelle kommt - hier führt ein Wanderweg ins Kleinbodental. Bald nach der zweiten Bachbettquerung erreicht man eine lichte Schneise in Gipfelfallinie - an dessen linken (orogr. rechten) Rand hält man sich gerade und steil hinauf zum Wandfuß. Mit etwas Geschick erreicht man die Schuttfelder unter der Wand ganz ohne Latschenhindernis.
Abstieg:
Vom Gipfel westwärts über das Kleine Waxenegg zum Taborsattel und hier rechtsabbiegend über eine Wiese hinunter zur Forstraße (kleine Hütte). Dieser folgt man bis zu einer Kehre auf 1100m Seehöhe. Hier weiter abwärts und ca. 300m später über einen Abkürzer hinunter zur Forstraße, über die man am Morgen zugestiegen ist.
Ausrüstung:
Komplettes Alpinkletterzeug mit 50m Halbseilen! Hammer und Haken sind nicht mehr notwendig.
8-9 Expresschlingen
Klemmkeile
Ein Satz Friends bis Gr.2
Absicherung:
Alle Stände sind redundant und solide; sämtliche Haken wurden im Vorstieg und aus der Kletterposition geschlagen - dementsprechend muss auch in den Schlüsselstellen entschlossen über den Haken gestiegen werden.
Seit der Erstbegehung haben wir die Anzahl der Haken aber mindestens verdoppelt. Außerdem wurden sämtliche Stände, sowie einige Zwischenhaken mit roten Reepschnüren ausgestattet, um sie gut sichtbar zu machen.
Erstbegehung:
Alexander Brückler, Alexander Bayerl und Oliver Wagner im September 2023
Bei der Erstbegehung im September 2023
Variante “Superdirettissima”:
Die Superdirettissima ist eine drei Seillängen umfassende Variante der Direttissima - mit insgesamt neun Seillängen. Sie durchzieht auch den oberen und steil ausgesetzten Wandteil in direkter Manier. So ergibt sich eine logische und spannende Linie mit einigen interessanten Kletterpassagen. Die Absicherung ist kompromisslos alpin - Wiederholungen sind somit nur versierten Alpinkletterern vorbehalten.
Die Superdirettissima ist lohnend, aber zugleich anspruchsvoll. Wer in den unteren Seillängen der Direttissima bereits gefordert ist, sollte nicht in die Variante einsteigen.
Absicherung:
Die Absicherung erfolgt auch hier gänzlich ohne Bohrhaken! Dementsprechende Erfahrung mit mobilen Sicherungsmitteln ist vorausgesetzt.
Die untere Seillänge der Variante lässt sich gut bis sehr gut absichern. Trotzdem muss teilweise etwas weiter über den Haken gestiegen werden. In der mittleren Seillänge kann mobil nichts ergänzt werden. Gerade hier sollte man auch nicht blind auf das Hakenmaterial vertrauen! Unbedingt empfehlenswert ist eine Verbesserung der Standplätze vor und nach dieser Seillänge: Unterhalb kann eine Latsche in den Stand integriert werden und oberhalb bieten sich zahlreiche Möglichkeiten für Friends. Die darauffolgende Seillänge durch die Dachverschneidung lässt sich problemlos mobil absichern.
Erstbegehung:
Alexander Brückler und Christoph Blumrich im Oktober 2026
Christoph stürzte in der Schlüsselseillänge nach einem Griffausbruch ca. 10m tief und zog dabei 2 Normalhaken. Die Absicherung wurde hier anschließend deutlich aufgebessert. Trotzdem hat die Passage weiterhin einen ernsten Charakter.
Bei der Erstbegehung im Oktober 2026